Bei Märklin gibt es eine Vielzahl an Weichentypen, die sich in Form, Funktion und Steuerungsart unterscheiden. Sie sind Teil des jeweiligen Gleissystems – C-Gleis, K-Gleis oder M-Gleis – und ermöglichen den Wechsel der Fahrtrichtung auf der Modelleisenbahnanlage. Für Einsteiger ist es hilfreich zu wissen, welche Weichen es gibt und wofür sie jeweils eingesetzt werden.
Eine Weiche ist ein spezielles Gleiselement, das den Zug von einem Gleisstrang auf einen anderen leitet. Sie besteht aus einem Herzstück, Zungen und Weichenschienen. Bei Märklin gibt es Weichen sowohl für den manuellen als auch für den elektrischen oder digitalen Betrieb. Jede Gleisart von Märklin hat ihre eigenen passenden Weichenmodelle.
Weichenarten im Überblick
Die Weichen bei Märklin unterscheiden sich vor allem in ihrer Bauform und Funktion. Die wichtigsten Typen sind:
- Gerade Weichen: Standardweichen mit einem geraden Hauptstrang und einem abzweigenden Gleis in festem Winkel.
- Bogenweichen: Beide Gleisäste sind gebogen, ideal für platzsparende Anlagen und Kurvenbereiche.
- Dreiwegweichen: Eine Kombination aus zwei Weichen, die drei Fahrtrichtungen ermöglichen.
- Doppelkreuzungsweichen (DKW): Ermöglichen Kreuzungen und Richtungswechsel auf engstem Raum.
- Schlanke Weichen: Mit kleinerem Abzweigwinkel für realistischere, vorbildgetreue Gleisverläufe.
Darüber hinaus bietet Märklin spezielle Varianten wie symmetrische Weichen oder Weichen mit integrierter Rückmeldung im Digitalbetrieb.
C-Gleis, K-Gleis und M-Gleis – die passenden Weichen
Jedes Märklin-Gleissystem nutzt eigene Weichentypen. Sie unterscheiden sich in Optik, Aufbau und elektrischer Technik. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Merkmale im Vergleich:
| Gleissystem | Weichentypen | Besonderheiten |
|---|---|---|
| C-Gleis | Gerade, Bogen-, Dreiweg- und schlanke Weichen | Mit Kunststoffbettung, kompatibel mit Antrieb und Decoder, ideal für Digitalbetrieb |
| K-Gleis | Gerade, Bogen- und schlanke Weichen | Ohne Schotterbett, sehr realistische Optik, erfordert getrennten Einbau von Antrieben und Decodern |
| M-Gleis | Gerade und Bogenweichen | Metallgleis, robust, älteres System, meist analog mit mechanischem Antrieb |
Manuelle, elektrische und digitale Weichen
Märklin bietet Weichen für unterschiedliche Steuerungsarten. Welche Variante gewählt wird, hängt vom Aufbau und der gewünschten Bedienung ab.
Manuelle Weichen
Manuelle Weichen werden per Handhebel gestellt. Sie sind einfach aufgebaut, günstig und ideal für kleine oder analoge Anlagen. Der Nachteil ist, dass jede Weiche direkt am Gleis umgestellt werden muss.
Elektrische Weichen
Elektrische Weichen besitzen einen eingebauten oder separat montierten Weichenantrieb. Sie werden über Schalter, Taster oder eine Steuerzentrale geschaltet. Diese Variante ist die meistgenutzte im Märklin-System, da sie komfortables Fahren ermöglicht.
Digitale Weichen
Bei digitalen Weichen ist ein Decoder direkt integriert oder nachrüstbar. Dadurch können sie über die Mobile Station oder Central Station gesteuert werden. Jede Weiche hat eine eigene Adresse, was besonders bei größeren Anlagen die Bedienung erheblich vereinfacht.
Schlanke vs. Standardweichen
Schlanke Weichen zeichnen sich durch einen geringeren Abzweigwinkel aus und wirken dadurch realistischer. Sie kommen vor allem auf größeren Anlagen oder im Bahnhofsbereich zum Einsatz. Standardweichen haben einen steileren Winkel und sind platzsparender, was sie für kompakte Anlagen attraktiver macht.
Für das Märklin C-Gleis-System gibt es beispielsweise:
- Standardweichen mit 24,3°-Abzweigwinkel
- Schlanke Weichen mit 12,1°-Abzweigwinkel
Damit lässt sich das Gleisbild sowohl funktional als auch optisch variieren.
Weichenantriebe und Decoder
Viele Märklin-Weichen lassen sich nachträglich mit einem elektrischen Antrieb und optional einem Decoder ausstatten. Der Decoder wandelt Digitalsignale in Schaltimpulse um und ermöglicht die Steuerung über eine Digitalzentrale. Besonders bei C-Gleis-Weichen ist der Einbau einfach, da Antrieb und Decoder direkt in der Bettung Platz finden.
- Weichenantrieb 74491: Standardantrieb für Märklin C-Gleis-Weichen
- Decoder 74462: Digitaldecoder für C-Gleis-Weichen
So können auch Einsteiger ihre Anlage schrittweise von analog auf digital umstellen.
Tipps für die Planung
Bei der Anlagenplanung sollte man Weichen frühzeitig berücksichtigen. Wichtige Faktoren sind der verfügbare Platz, der Gleisradius und die Zuglängen. In engen Kurven eignen sich Bogenweichen, während im Bahnhof oder Rangierbereich eher schlanke Weichen eingesetzt werden sollten.
Wer digital fährt, sollte Weichen mit Decoder bevorzugen, da sie langfristig flexibler sind. Für kleine Startanlagen reichen dagegen manuelle oder einfache elektrische Weichen völlig aus.


